Am frühen Morgen des 17.Juli startete eine sportliche, achtköpfige Wandergruppe der „Zwölfer“ voller Vorfreude in ihr viertägiges Hüttenabenteuer in der Silvretta. Trotz regnerischer Wettervorhersage zeigte sich der Himmel am Fuß des Berges überraschend sonnig – ein Glücksfall, der uns dazu motivierte, den längeren und anspruchsvolleren Weg zur Heidelberger Hütte zu wählen. Der Aufstieg begann in Galtür auf 1.584 m Höhe und führte uns durch das idyllische Fimbachtal über das Ritzenjoch in 2.687 Meter Höhe. Nach rund 1.150 gemeisterten Höhenmetern und einer kurzen Pause auf der Larain Alpe erreichten wir nach etwa fünf Stunden die auf 2.264 m gelegene Heidelberger Hütte – pünktlich zum wohlverdienten Abendessen.
Gestärkt durch ein reichhaltiges Frühstück (inklusive faszinierendem Butterspender!) machten wir uns am nächsten Morgen auf zur Jamtalhütte. Der höchste Punkt unserer Tour lag am Kronenjoch auf stolzen 2.974 m. Trotz Sonnenschein blies ein kräftiger Wind, sodass wir den Abstieg zügig angingen. Nach knapp fünf Stunden erreichten wir die Jamtalhütte und genossen auf 2.165 m ein kühles Getränk. Einige von uns nutzten die verbleibende Zeit bis zum Abendessen für eine zusätzliche Wanderung zur alten Gletscherspalte. Der Tag klang bei guter Stimmung und leckerem Essen aus.
Der dritte Tag versprach erneut gutes Wetter – zumindest bis 15 Uhr. Um dem angekündigten Hagel und Starkregen zu entgehen, starteten wir früh Richtung Wiesbadener Hütte (2.443m). Der Weg zur Gletscherscharte auf 2.839 m war steil und steinig, aber landschaftlich beeindruckend. Nach einer Pause ging es bergab durch blühende Alpenwiesen und entlang klarer Gebirgsbäche bis zum letzten Anstieg zu dem auf 2.600 m gelegenen Radsattel. Dank unseres Tempos erreichten wir die Hütte rechtzeitig – kurz bevor das Gewitter mit Hagel, Sturm und Regen losbrach. Während draußen das Wetter tobte, genossen wir drinnen unseren Aperitif und ein gemütliches Abendessen. Etwas wehmütig wurde uns bewusst: Dies war unser letzter gemeinsamer Abend in der Silvretta. Am Abschlusstag wanderten wir über den Sommerweg zur Bielerhöhe (2.037 m) – ein angenehmer Pfad mit herrlichem Bergpanorama und Blick auf den Silvretta-Stausee. Gegen Mittag erreichten wir das Tal und traten die Heimreise nach Waghäusel an. Insgesamt legten wir rund 45 km und 5.500 Höhenmeter zurück. Die vier Tage in der Silvretta waren ein unvergessliches Erlebnis – geprägt von beeindruckender Natur und sportlicher Herausforderung. Ein herzliches Dankeschön an die großartige Gemeinschaft – Eva, Emily, Ute, Gerlinde, Natalia, Claus und Gerhard sowie an Dieter, der diese Tour hervorragend organisiert und uns damit ein echtes Highlight ermöglicht hatte. Vielen Dank auch an Emily Heneka für den eindrucksvollen Erlebnisbericht.

FV-Wandergruppe in der Silvretta
Foto: FV 1912

Herrliche Landschaften in der Silvretta
Foto: FV 1912