Vier Wandertage in den Ammergauer Alpen

21. Juni 2026 | Allgemein, Ski- & Freizeit

Am 11. Juni früh morgens um 6:00 Uhr war es wieder soweit. 4 Mädels und 3 Buben brachen auf, um 4 Wandertage in den Ammergauer Alpen zu verbringen. Wir kamen gut voran und trotz ausgiebiger Rast im Illertal, waren wir bereits um 11:00 Uhr auf dem Wander-Parkplatz der Schlossanlage Linderhof. Hier parkten wir unsere PKWs, schnürten die Wanderstiefel – und los gings.

Das erste Ziel war der Aufstieg zum August Schuster Haus, auch Pürschling Hütte genannt. 700 Höhenmeter lagen vor uns. Nur beim Start regnete es ein paar Minuten leicht, allerdings waren die Wege aufgeweicht und rutschig. Nach knapp 3 Std. hatten wir dann die ehemalige Jagdhütte von König Ludwig dem III erreicht. 

Die Hütte gehörte sozusagen uns, da nur noch 2 Berliner Jungs da waren. Das genossen wir, zunächst bei Kaiserschmarren und Knödelsuppe und dann bei ausgiebigen Gesprächen mit der Hüttenwirtin. Das Nachtlager hatten wir für uns alleine mit viel Platz. Dementsprechend war es schnell gerichtet. Ein 3 Gänge Bergsteiger Menü folgte und dann übernahmen unsere „Gute Laune Mädels“ Katja, Sandra, Stephanie und Eva das Kommando. Bei Spielen und vielen lustigen Gesprächen verging die Zeit bis zur Hüttenruhe im Flug.

Der zweite Tag war eine Herausforderung in jeder Hinsicht. Es regnete in Strömen mit starkem Wind und wollte gar nicht aufhören. Den Aufstieg zum Teufelstättkopf mussten wir streichen. Es war einfach zu gefährlich und außerdem hätten wir aufgrund der Regenwolken sowieso nichts gesehen. Also zogen wir unsere Regenkleidung an und wanderten auf dem Höhenweg direkt zur Brunnenkopfhütte. Dieser Weg ist als mittelschwere Wanderung angegeben, jedoch die Wetterverhältnisse mit matschigen/schmalen und ausgesetzten Wegen verlangten höchste Konzentration von uns. Menschen sind uns auf diesem Weg nicht begegnet, dafür einige Gams Herden und auch Rehe waren mit uns unterwegs.

Bis auf die Unterwäsche durchnässt, erreichten wir schließlich die Brunnenkopfhütte. Als erstes stand trockene Kleidung auf dem Plan. Hans avancierte zum „Hüttenheizer“ und warf den großen Kachelofen an. Sein kontinuierliches Holz schleppen und anlegen zahlte sich aus und nach einiger Zeit war es kuschelig warm in der Hütte was auch half die Kleidung zu trocknen. 

Nun begann der sehr gemütliche und lustige Teil des Tages. Was auf einer Berghütte passiert, das bleibt auf der Hütte! Nur so viel sei gesagt: Der Hüttenabend war MEGA und für einige dauerte die Party bis weit nach der Hüttenruhe.

Am nächsten Morgen war das Wetter wie umgedreht. Blauer Himmel und Sonne! Dem Aufstieg auf die große Klammspitze standen nur noch aufgeweichte Pfade und nasse ausgesetzte Stellen im Weg. Nach Rücksprache mit Hüttenwirt und Wegewarte der Alpensektion beschlossen wir den Aufstieg zur Klammspitze zu wagen, aber dann nicht über den Gratweg zu gehen, sondern abzusteigen und vom Linderhof wieder aufzusteigen zur Kenzenhütte. Dementsprechend machten sich fünf von uns auf den Weg zur Klammspitze. Dabei mussten einige kritische Stellen und auch Kletterpassagen überwunden werden. Kurz vor dem Gipfel war unser Umkehrpunkt erreicht. Wir ersparten uns die letzte Kletterpassage und kehrten um, zurück zur Hütte um das Tagesrestprogramm meistern zu können. Geschlossen wanderten wir dann noch weitere 5 Stunden in Richtung Kenzenhütte, welche wir gerade rechtzeitig zum Abendessen erreichten. Die meisten von uns hatten an diesem Tag 1.000m rauf, 1.100m runter und 18 Km in den Beinen. Der Abend auf dieser komplett gefüllten Hütte verlief wesentlich ruhiger als der vorherige. 

Am nächsten Morgen nach dem Frühstück erfolgte zunächst der 250 m Aufstieg zum Bäckenalmsattel. Von dort aus ging es dann 700 m runter zum Linderhof Parkplatz. Eine tolle Überraschung erlebte unsere Katja, als Ihr auf halbem Wege Ihr Norbert auf dem Mountainbike entgegenkam. Beide starteten nach der Wanderung Ihren Wohnmobil Urlaub. Die verbleibende Gruppe begab sich nach kurzer Pause auf die Rückreise. Trotz zähem Verkehr waren alle um 16:30 Uhr wieder zuhause.

Das Wetter hätte bei dieser Tour etwas besser sein können – die Stimmung aber mit Sicherheit nicht. Wir hatten tolle Hüttenabende mit spannenden Spielen, lustigen Gespräche und auch psychologische Analysen von Seiten Eva.

Als Tour Begleiter kann ich mich bei dieser Gruppe nur bedanken.
Klaus Ramsauer

Die Ammergauer Alpen Wandergruppe
Foto: Klaus Ramsauer

Ammergauer Alpen mit 75
Foto: Klaus Ramsauer